Hallo du! Ich bin Pippa – deine Meerli-Lehrmeisterin. Heute lernst du, die Körpersprache der Meerschweinchen zu lesen: Woran erkennst du, ob wir entspannt sind, jemanden beeindrucken wollen oder lieber in Ruhe bleiben?
Los geht’s!
Warum Körpersprache so wichtig ist
Wir Meerschweinchen sind Rudeltiere und weil wir uns auch nur schlecht verteidigen können, sind wir sehr vorsichtig. Untereinander sprechen wir viel mit unserem Körper: das Fell (glatt, borstig), der Blick (verträumt, konzentriert auf Gefahr), die Körperhaltung (gemütlich, starr oder Kopf hoch) , die Bewegung (wir können gemütlich spazieren aber auch flitzen wie ein “Pfitschipfeil“. *ggg*)
Wer das lesen kann, wird zum großen Meerliversteher!
Unsere Grundstimmungen auf einen Blick
1. ENTSPANNT
- Fell: locker anliegend
- Augen: mandelförmig, manchmal halb geschlossen
- Körper: liegt bequem, frisst ruhig, putzt sich
- Beisammen sein: Wir ruhen gern nah beieinander, ohne dauernd zu kuscheln
2. NEUGIERIG & MUTIG
- Gang: flotter „Ich will’s wissen!“-Schritt
- Ohren: wippen leicht
- Schnauze: leichtes schnuppern, Kopf ist leicht angehoben
- Augen: wachsam aber nicht starr
3. UNSICHER & VORSICHTIG
- Körper: lang gestreckt, Bauch fast am Boden
- Bewegung: vor – stopp – vor – stopp (Ruckel-Schritt)
- Augen: groß und rund (aber nicht „starr“)
Pippas Tipp:

Merke dir: GROß aufgerissene Augen + Starre + Ducken = Angst. Dann Abstand halten, leise sprechen, Verstecke anbieten.
Sind die Augen in Verbindung mit einem zusammengekrümmten Körper nur als kleine Schlitze zu sehen, fühlt sich das Meerschweinchen nicht wohl.
Wenn dein Schweinchen mit den Zähnen fletscht, dann solltest du dich in Acht nehmen! Wir sind Nagetiere und unsere Zähne sind WIRKLICH stark!!
Freundschaft & Begrüßung
- Nasen-Begrüßung: Wir schnuppern an der Schnauze – „Hallo, bist du’s?“
- Zuneigung: Ohr- und Schnurrhaar-Gegend sanft lecken = „Du bist mein Freund!“
- Gruppen-Check: Schnuppern viele an einem Schweinchen? Vielleicht riecht es nach leckerem Futter – oder es geht ihm nicht gut (Meerlis riechen Veränderungen) – oder es kommt gerade vom Tierarzt (DAS riechen wir definitiv!)
Werben, Eindruck machen & Rang klären (die „Rumba“)
- Brommsel-Tanz / Rumba: Langsam seitliches Wackeln mit tiefem Brummen. Das zeigt: „Ich bin wichtig!“ – beim Flirten und auch, um Streit zu beruhigen. Für euch Menschen sieht das sehr lustig aus. *ggg*
- Größer machen: Auf Zehenspitzen, Fell leicht gesträubt, Flanke zeigen (T-Stellung). DANN wirklich Achtung; das Schweinchen ist möglicherweise zu allem bereit!
- Aufreiten: Bei der Partner Werbung und bei Dominanz möglich – nicht immer bedeutet es „ich will mich paaren“, oft heißt es nur „Ich bestimme hier!“.
Pippas Tipp: Mehr Platz im Gehege, zwei Ausgänge pro Häuschen, Heu & Futter gut verteilt → weniger Stress beim Rang-Klären. Mehr dazu: Wie sind Meerschweinchen so drauf?
„Nein, danke!“ – Warnzeichen rechtzeitig erkennen
- Kopf hochwerfen: „Bitte nicht anfassen!“
- Zähne zeigen / Zähneklappern: „Stopp! Abstand!“
- Luftschnappen vor der Nase: scharfe Warnung
- Jagen: kurz okay, dauerhaftes Hetzen = eingreifen
Wenn Blut fließt, Fell ausgerissen wird, jemand keine Ruhe findet oder panisch flieht → sofort trennen und später neu & ruhig vergesellschaften.
Wenn Meerschweinchen sich dauerhaft nicht verstehen, musst du sie unbedingt aus der Gruppe herausnehmen und dieses separieren. Dann solltest du wirklich in Erwägung ziehen, ein neues Zuhause für dieses Schweinchen zu finden, wo es sich in eine bestehende Gruppe integrieren kann. Jedes Schweinchen hat schließlich sein Glück verdient!
Harnspritzen (meist Weibchen)
Wenn jemand zu aufdringlich wirbt: Pfft! – ein Harnspritzer sagt deutlich „Lass mich in Ruhe“. Das ist Abwehr, kein „böses“ Verhalten. Begleitet wird das durch seeehr hohe Quietschtöne, die eindeutig sagen: Weg hier!
Gute Laune & Spielen
- Popcornen: Luftsprünge, Haken schlagen, kleiner Galopp = pure Freude!
- Gänsemarsch: Gemeinsam auf Tour – typisch im Freilauf. Man denkt fast, es wäre ein Zug, *ggg*, Schnauze an Popsch, alle im selben Tempo.
- Betteln: „Männchen machen“, am Gitter nagen, erwartungsvolles Quieken.
Achtung! Sehr häufiges Springen + Kratzen/Schütteln kann auch Juckreiz bedeuten. Schau mal genau, ob dein Schweinchen Hautprobleme hat. Bei Schmerz-Quieken unbedingt zum Tierarzt!
Auch das Fell „spricht“ mit

Ist das Fell:
- Locker, seidig = ich fühl mich wohl
- Leicht gesträubt = kalt oder aufgeregt
- Stark gesträubt + sitzt aufgeplustert = krank → Check bei der Tierärztin / dem Tierarzt
Schlaf & Kuscheln

- „Meerli-Kipferl“: seitlich eingerollt, Hinterbeine entspannt – tiefenentspannt.
- Enges Aneinanderkuscheln bei Erwachsenen? Oft kalt/stressig → mehr Wärme (Heu, Häuschen) und Ruhezonen schaffen. Schweinchen liegen gerne beieinander, aber immer mit einem kleinen Abstand dazwischen. Rechts unten in der Chill Galerie siehst du Noor und Amelie ganz gechillt nebeneinander liegen.
Chill Galerie









Kinder wissen jetzt: So verhalte ich mich richtig

- Ruhig sein, bodennah streicheln, nicht hochheben.
- Snacks seitlich anbieten (direkt vor der Nase sehen wir schlecht).
- Geduld, Geduld, Geduld: Erst beobachten, dann sanft Kontakt aufbauen. So baust du garantiert eine Bindung zu deinen Schweinchen auf.
Gratis für dich! Poster Meerschweinchen chillen wie auf Wolken


