Hallo du! Ich bin Pippa – deine Meerli-Lehrmeisterin. Wir Meerschweinchen „reden“ ganz viel. Manche Töne klingen für Menschen sehr ähnlich, darum zählt immer die ganze Situation: Was machen Körper und Ohren? (Den großen Körpersprache-Artikel findest du hier:
Werde Meerschweinchen Versteher oder Versteherin. Los geht’s!
Pippas Hör-Regel: Erst beobachten, dann deuten. Gleich klingende Töne können Freude oder Protest bedeuten – je nach Lage.
Pippas Hör-Lexikon – die wichtigsten Töne
1. Bettel-Fiepen / „Teekessel-Pfeifen“ – Quiiiek! Quiiiek!
- Klingt wie: helles, durchdringendes Pfeifen.
- Heißt meist: „Gibt’s Futter? Jetzt? JETZT?!“
- Wann: immer, wenn ein Sackerl raschelt, der Kühlschrank piepst oder jemand die Gemüsekiste öffnet.
- Was tun: Ruhig bleiben, gesund füttern – Heu immer, Gemüse täglich. Und: Genieße das prächtige Schweinchenkonzert!
2. Glucksen / Schnurren – “mmm-mmm“
- Leise & tief: „Ich bin zufrieden.“ (z. B. beim Dösen, gemütlich fressen)
- Etwas höher & nervös: „Hmm… das gefällt mir nicht so.“
- Merksatz: Tiefe Ruhe = Wohlgefühl, höheres Brummen = leichter Protest.
3. Protest-Murren Quieken – quiiiiiek!
- Heißt: „Bitte aufhören.“ Oft beim unfreiwilligen Hochheben oder angreifen. Gleichzeitig versucht das Schweinchen mit ihren Hinterbeinchen deine Hand weg zu drücken.
- Was tun: DAS was du eben getan hast, will dein Schweinchen nicht. DAHER: Nicht tun, es sei es muss zum Wohle des Tieres sein, wie z. Bsp. Medikamentengabe
4. Brommseln – brrr-rrrr–rrr-rrrr
- Heißt: „Schau mal, wie wichtig ich bin!“ – Balz oder Eindruck machen.
- Erkennbar an: langsamem Wackel-Gang (Rumba), manchmal Fell etwas gesträubt.
- Auch zur Beruhigung in Gruppen („Alles ruhig bleiben!“).
5. Gurren-Vibrieren – brrrrr…
Das kann zwei Bedeutungen haben:
- Unsicherheit/Schreck bei unbekannten Geräuschen (Türglocke, Handy, Timer).
- Erleichterung/Freude, wenn der heiß ersehnte Snack endlich kommt.
Es entscheidet der Kontext!
6. Lautes Quieken – AUA!
- Heißt: „Das tut weh!“ oder großer Schreck.
- Wann: z. B. bei einer Spritze beim Tierarzt, bei unsanftem Anfassen, oder eingeklemmtem Zeh.
Achtung! Sofort-Aktion: Ursache stoppen, Tier prüfen, bei Verletzung zum Tierarzt.
7. Zähnefletschen – krr-krr-krr
- Heißt: „Stopp! Abstand!“ – scharfe Drohung. Jetzt ist nicht zu spaßen! Die Zähne von uns Meerschweinchen sind super kräftig. Wir beißen so durch deine Haut! Also unbedingt beachten!
- Was tun: Zurückziehen, Streit entschärfen (mehr Platz, Ausweichwege). Auf dem Arm? Bitte absetzen.
Hinweis: Bei Vergesellschaftungen kommt es vermehrt zu dieser Kommunikationsart. Die Schweinchen kennen sich noch nicht so gut und können noch nicht einschätzen, ob mit “der Neuen”, “dem Neuen” gut Kirschen essen ist oder eben nicht. Da wird oft gefletscht. Das darfst du nicht ignorieren, denn es kann immer wieder zu schweren Verletzungen kommen. Achte darauf: Wenn gefletscht wird und die zwei Schweinchen sich auch noch seitlich zueinander in Abwehrhaltung befinden, dann steht ein Kampf bevor. NICHT DAZWISCHEN GREIFEN – GEFÄHRLICH!!

Mein Tipp: Eine Fliegenklatsche kann dir hier gute Dienste leisten.
8. Fauchen – fff!
- sehr selten, aber deutlich: „Lass das!“
- Das Fauchen wird mit offenem Mäulchen ausgestoßen und ist in seiner Bedeutung wohl eindeutig. 😉 Meistens vernimmt man ihn im Zuge von Vergesellschaftungen.
- Oft wird in diesen Situationen gleichzeitig gefletscht und gepfaucht. Dann gilt absolute Vorsicht!
Mein Tipp: Nimm dir eine Fliegenklatsche zur Hand, damit kannst du im Notfall die beiden Streitschweinchen trennen ohne dich dabei zu verletzen. Hinweis: Lies weiter im Artikel: Tipps zur Vergesellschaftung von Schweinchen
9. Verlassenheitsruf der Babys – piiip-piiip!
- Heißt: „Wo ist meine Mama? Wo seid ihr alle?“
- Der hohe Verlassenheitsruf, den Jungtiere ausstoßen, wenn sie die Gruppe verlieren, liegen in einem für Menschen nicht hörbaren Frequenzbereich liegen und dem Kontakt zwischen Mutter und Jungen dienen.
- Was tun: Sichtkontakt zur Gruppe herstellen, Sicherheit geben.
10. Glucksen
- Das zufriedene Glucksen, das Meerschweichen beim Freilauf ausstoßen oder wenn das Schweinchen zufrieden in einer Ecke liegt und sich ausruht und nur kurz checkt, ob alle anderen eh noch da sind.
- Was tun? Genießen! Wenn wir so niedlich und super zufrieden sind, dann hüpft auch das Menschenherz.
11. Jammern / Winseln – weeeh…
- Wann: z. B. beim Krallenschneiden, nach einem Streit.
- Was tun: Freundlich reden, sanft weitermachen oder Pause.
- Achtung! Wenn dein Schweinchen nach einer Operation oder im Heilungsprozess diese Laute von sich gibt, dann hat es vermutlich Schmerzen. Dann darfst du das nicht ignorieren und (nach Abklärung mit dem Tierarzt) Schmerzmittel verabreichen. Im Meerliblog unter Gesundheit & Pflege findest du genauere Informationen dazu.
12. Zwitschern / „Tschilpen“ – wie ein kleiner Vogel
- Sehr selten. Kann bei Anspannung auftreten – klingt zauberhaft, ist aber oft Aufregung.
- Man vermutet, dass dieser Gesang, ein Anzeichen für Stress ist, auch wenn das oft nicht für euch Menschen ersichtlich ist.
- Was tun: Umgebung ruhiger machen, nicht bedrängen, du kannst auch ganz ruhig mit dem Schweinchen reden.
Hören + Sehen = richtig verstehen
Gleicher Ton, andere Haltung = andere Botschaft.
Verknüpfe Geräusch + Körpersprache + Situation – so wirst du ein echter Meerli-Dolmetscher!
Je mehr Zeit du mit deinen Schweinchen verbringst, desto mehr wirst du – wie von Zauberhand – genau verstehen lernen, was die Schweinchen gerade so “quatschen”. Dann kannst du problemlos “Meerschweinisch” *ggg* übersetzen.
Bitte nie: laut rufen, absichtlich erschrecken, festhalten und hochtragen „fürs Kuscheln“. Bodennähe macht uns mutig!

Pippas Mitmach-Idee: Snack-Signal: Immer denselben leisen Ton (leises „t-t-t“) vor dem Füttern benutzen. Wir lernen das schnell.
Für Eltern – kurz & klar
- Laut + Starre/Schmerz → Tierarzt, insbesondere bei Zahn-/Bauchproblemen.
- „Immer Geräusche, immer Streit“ → Platz, Ausweichwege, zwei Ausgänge je Haus, Futter verteilen.
- Dauerstress (viel Klappern/Jagen) → Haltung auf Fehler prüfen, ggf. neue Vergesellschaftung auf neutralem Boden. Rausfinden, was der Streitanlass ist, bzw. wer der “Streithansl” ist und gegebenenfalls, für das Schweinchen eine neue Gruppe finden.
- Achtung: Reine Burschengruppen brauchen sehr viel Platz, denn Jungs sind nun mals Jungs und sie wollen alle ihr eigenes Revier, also Platz für sich selbst.
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