Was ein artgerechtes Gehege wirklich braucht
Hallo, ich bin’s – Pippa, eure Meerschweinchen Lehrerin!
Heute geht’s um das Herzstück unseres Lebens: unser Zuhause.
Ein Gehege ist nämlich nicht ein Käfig – nein, es ist unsere kleine Welt.
Und weil wir Meeris so viel Zeit dort verbringen, sollte das Meerschweinchen Gehege so schön, spannend und sicher sein wie möglich.
Bevor wir mit den Details beginnen, habe ich, Pippa, eine Aufgabe für dich. Lies dir die folgende Geschichte erst durch und dann versuche dich in die Geschichte hineinzudenken, um eine Antwort zu finden.
Stell dir vor, du triffst eine Wünschefee und sie hat ein Geschenk für dich. Sie sagt: “Schließe deine Augen und denke an den schönsten Abenteuerspielplatz, den du dir nur vorstellen kannst. Male dir alle Ecken und Bereiche des Spielplatzes genau aus. Was möchtest du dort alles vorfinden, zum spielen, rumtollen, chillen und mit Freunden eine gute Zeit zu haben? Stell dir vor, du bist jetzt schon dort! Du siehst all die tollen Spielecken, du hörst das fröhliche Lachen deiner Freunde und du riechst etwas super Leckeres vom Snack Stand ganz in der Nähe.”
Mache jetzt die Augen zu und tauche in deine Phantasie ein!
Ist es dir gelungen? Halte das Bild in deinem Kopf und das Gefühl, das dabei in dir entstanden ist, gut fest während du diesen Artikel liest. Denn wenn du ein tolles Zuhause für deine Schweinchenfreunde erschaffen möchtest, dann habe dabei genau diesen Abenteuerspielplatz vor Augen, den du erschaffen hast – aber diesmal denkst du es aus der Sicht deiner Meerschweinchen.
Also Ohren gespitzt, Heu zur Seite gelegt – los geht’s!

1. Größe ist kein Luxus, sondern Lebensfreude
Viele denken: „So klein wie die sind, brauchen die doch nicht viel Platz!“
Falsch gedacht!
Wir Meerschweinchen sind kleine Entdecker und lieben es, zu trippeln, zu rennen, zu flitzen und zu verstecken.
Das Minimum für zwei Meerschweinchen:
- 2 Quadratmeter Grundfläche – dauerhaft, nicht nur zum Auslauf
- Für jedes weitere Meerschweinchen + 0,5 m²
Je größer, desto besser. Denn Platz bedeutet Bewegung, Bewegung bedeutet Gesundheit – und Gesundheit bedeutet Glück.
Ein Gehege sollte rechteckig sein, und eine schöne Lauffläche zum Popcornen haben. Wir springen zwar, aber klettern ist nicht unser Ding. Wir sind Bodenbewohner mit Stil! Wir mögen Maisonettewohnungen auch sehr gerne, vorausgesetzt, die Verbindungsrampe ist flach genug, um auch älteren Meerschweinchen einen einfachen Zugang zu allen Ebenen zu ermöglichen. Gitterkäfige (eine oder mehrere Etage(n)) sind 100% UNGEEIGNET und eine Qual für uns! Dasselbe gilt für Gehege in Kastenform. Wir sind doch kein Einrichtungsgegenstand! He!
2. Sicherheit geht vor
Ein gutes Gehege schützt uns vor allem, was draußen lauert – Zugluft, Fressfeinde und gefährliche Höhen.
Ganz wichtig:
- Keine offenen Etagen mit Absturzkanten.
- Keine Gitterböden – wir haben zarte Pfötchen!
- Keine scharfen Kanten oder rutschigen Flächen.
Wenn du ein Innengehege baust, achte darauf, dass es zugluftfrei, aber gut belüftet ist.
Bei einem Außengehege gilt: Schatten, Schutz und Sicherheit.
Schatten gegen Hitze, Schutz vor Regen und Wind, und ein fest verschließbarer Deckel oder Dach gegen Raubtiere.
3. Der Bodenbelag – die Basis unseres Wohlfühllebens
Unsere Pfötchen mögen es weich, trocken und sauber.
Die besten Untergründe:
- Einstreu aus feinen Holzfasern, Hanf oder Leinen
- Kuscheleinlagen (z. B. Pippapads)
- Heu-Ecken zum Wühlen
Was absolut ungeeignet ist : Zeitung, Stroh als alleinige Unterlage – das piekst und saugt schlecht, jede Art von Pellets Untergrund (da bekommen wir schlimme Ballenabszesse!)
Und ganz wichtig: tägliche Reinigung. Wir mögen’s ordentlich obwohl wir eher unordentlich sind! *ggg*

Wie ist das bei Pippa zu Hause?
Pippa wohnt in einem Maisonetten Penthouse auf zwei Ebenen. Die untere Ebene, bietet eine lange Lauffläche, die sich zum Toben und Popcornen eignet. Diese Ebene ist mit urindichten Pipidecken mit Flauschfloor ausgestattet. Wer vom toben oder fressen müde wird, hat unzählige Kuschelhöhlen von diemeerschweinerei.at zur Auswahl. Immerhin wird hier alles ganz genau getestet, was später im Webshop landen soll.
Die obere Ebene ist verbunden durch eine breite, flach ansteigende Rampe (ebenfalls mit Pipipadauflagen zum Tauschen ausgestattet), die, nebenbei bemerkt nicht nur zum Hin und Her laufen verwendet wird, sondern auch zum ausgiebigen Gruppen chillen. Oben taucht man in ein Meer an wunderbar duftendem Heu. (wöchentlicher Bodenaufbau: Zeitung zum aufsagen, 5 cm feines Sägemehl darauf viel frisches und weiches Heu, täglich nachgefüllt). Hier gibt es mehrere Meerschweinchen Villen mit mehreren Ausgängen sowie eine Meerschweinchen Bar zum gemeinsamen Fressen am Spieß. Hier wird fröhlich gefressen und in den Heunestern gemützt.



4. Häuschen, Tunnel & Co. – wir lieben Abwechslung
Wir Meeris sind neugierig und schreckhaft zugleich – klingt kompliziert, ist aber einfach erklärt:
Wir wollen sehen, was passiert, aber auch wissen, wo wir uns verstecken können.
Darum braucht jedes Gehege:
- Ein Häuschen pro Tier (plus eins extra!)
- Mehrere Ausgänge pro Haus, damit niemand in der Sackgasse sitzt
- Tunnel, Brücken, Röhren, Heuhaufen – zum Erkunden und Durchflitzen
- Etagen oder Podeste (niedrig, mit Rampe), um den Überblick zu behalten
Erinnere dich: Ein gutes Gehege ist wie ein Abenteuerspielplatz – geräumig, sicher, spannend und voller Rückzugsorte.
5. Das Klima muss stimmen
Wir mögen’s nicht zu heiß und nicht zu kalt.
Ideal: 18–22 °C, keine Zugluft, keine pralle Sonne.
Und bitte kein Duftspray oder Räucherstäbchen – unsere Nasen sind empfindlicher als euer Parfümregal!
Auch wichtig: Licht und Rhythmus.
Wir brauchen Tageslicht, aber keine grellen Lampen.
Wenn’s draußen dunkel wird, darf’s auch bei uns gemütlich dämmrig werden – das ist unser Feierabendmodus.
Erinnere dich: Bei einem Außengehege gilt: Schatten, Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung und Sicherheit.
6. Sauberkeit und Pflege – Teamarbeit im Gehege
Ein sauberes Gehege ist kein Luxus, sondern Pflicht.
Wir Meerschweinchen sind, anders wie Kaninchen, unsaubere Tiere. Das bedeutet, dass wir unser Geschäft da erledigen, wo wir gerade sind. Selbst wenn wir in der Hängematte chillen oder auf dem Sofa liegen, also richtig entspannt sind, kommen Bemmerl aus uns raus. *ggg* (Denke daran, wir fressen nur Heu und Gemüse, das ist also gar nicht eklig)

Da wir es aber gerne sauber haben kümmere dich bitte täglich um uns.
Wichtig ist täglich:
- Entferne nasse Stellen (ev. austauschen der Pipipads)
- Entferne die Vielzahl an Bemmerl (da gibt es super Methoden dafür)
- Entferne Futterreste (unser Magen ist SEHR empfindlich, verdorbenes kann schnell zu Verdauungsproblemen führen)
- Und wöchentlich gründliches Reinigen und austauschen aller Kuschelsachen bzw. Pipipads, sowie Kompletttausch von Einstreu und Heu.
So bleibt’s hygienisch und wohlriechend.
Wir danken es mit guter Laune, glänzendem Fell und fröhlichem Quieken und herrlichem Heuduft!

Pippas Sprichwort
WENN DAS SCHWEIN STINKT, IST DER MENSCH SCHULD!
7. Mehr Meerlis, mehr Glück
Wir sind Herdentiere. Kein Meerschweinchen sollte alleine leben.
Ein gutes Gehege ist also immer ein Gemeinschaftsgehege – mit Platz für Freundschaften, gemeinsames Fressen und leises Geplapper.
Aber vergiss nicht: Jeder braucht Rückzugsorte.
Freundschaft ja, Gedränge nein.

Pippas Extra-Tipp: Das 5-Sterne-Gehege
Wenn du’s perfekt machen willst, hier meine Checkliste:
- Platz: mindestens 2 m² für 2 Tiere
- Laufflächen
- Sicher: keine offenen Etagen, keine Raubtierzugänge
- Abwechslung: Häuser, Tunnel, Podeste, Heuhaufen
- Komfort: weiche Unterlage, frisches Heu
- Klima: hell, ruhig, zugluftfrei
- Sauberkeit: täglich kleine Pflege, wöchentlich Großputz
Dann hast du kein Gehege, sondern ein Meerli-Paradies!
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Komm in die Meerliwelt mit Pippa!

