Meerschweinchen richtig hochnehmen

Heute geht’s um etwas, das uns Meerlis regelmäßig den Herzschlag hochtreibt: das Hoch-genommen-werden

Hallo, ich bin’s – Pippa, eure Meerschweinchen Lehrerin.
Bevor wir über richtiges Hochnehmen sprechen, muss ich dir eines verraten: Wir Meeris sehen zwar flauschig aus – aber wir sind keine Kuscheltiere. Wirklich nicht. Nicht mal ein bisschen.

Wir sind nämlich Fluchttiere. Und das bedeutet:
Wenn uns jemand von oben packt und hochhebt, fühlt sich das für uns so an, als hätte uns ein Greifvogel erwischt. Unsere kleinen Herzen schlagen dann viel zu schnell, weil unser Körper denkt: Jetzt wird’s gefährlich.

Darum ist es wichtig, dass du verstehst:
Wir werden nicht böse oder zickig, wenn wir nicht gestreichelt oder herumgetragen werden wollen – wir haben schlicht Angst. Und Angst kann man nicht „wegkuscheln“.

Pippa erklärt

Wie wir Meeris Vertrauen fassen – laut Pippa

Vielleicht fragst du dich:
„Aber Pippa… wie werde ich denn mit meinen Meerschweinchen richtig vertraut?“

Ich verrate dir mein Geheimnis:

Wir vertrauen den Menschen, die

  • ruhig sind,
  • Geduld haben,
  • leckeres Gemüse bringen, und
  • uns entscheiden lassen, ob wir näherkommen wollen oder nicht.

Wenn du uns also nicht verfolgst, nicht festhältst und uns nie ohne Not einfängst, wird etwas Wunderbares passieren: Wir kommen irgendwann von selbst zu dir.

Vielleicht zuerst nur, um neugierig an deiner Hand zu schnuppern. Dann wagen wir uns ein kleines Stück näher.
Und wenn du uns beim Füttern ganz vorsichtig mit einem Finger am Ohr oder Rücken berührst, merken wir: Das fühlt sich gar nicht schlimm an.

So wächst Vertrauen – langsam, aber sicher.
Und irgendwann lässt sich sogar ein Meerli beim Füttern sanft streicheln. Manchmal sogar mit der ganzen Hand. Aber immer nur, wenn wir offen dafür sind. Fluchtweg inklusive, versteht sich. *ggg*

1. Warum Meerlis Angst beim Hochheben haben

Wir Meerschweinchen sind Fluchttiere.
In freier Natur werden Tiere unserer Größe oft von oben gepackt – von Greifvögeln oder anderen Jägern. Unser Körper merkt sich das.
Darum fühlt sich das Hochheben für uns an wie: „Hilfe, ich werde gefasst.“

Selbst wenn du es gut meinst, schlägt unser Herz dann viel zu schnell. Wir können das nicht steuern – es ist Instinkt.

Das heißt nicht, dass du uns nie anfassen darfst.
Es heißt nur: Bitte immer mit Verständnis und Respekt!

2. Vertrauen entsteht nicht durch Hochheben – sondern durch Nähe

Vielleicht wünschst du dir, dass wir zutraulich sind, uns anfassen lassen oder zu dir kommen. Das passiert aber nicht durch Einfangen, Halten oder Tragen.

Es passiert so:

  • Du bewegst dich langsam am Gehege.
  • Du sprichst ruhig.
  • Du gibst uns frisches Gemüse und gutes Heu.
  • Du lässt uns entscheiden, ob wir näherkommen.

Irgendwann trauen wir uns ein Stückchen weiter. Vielleicht schnuppern wir vorsichtig an deiner Hand. Wenn wir merken, dass du keine Gefahr bist, lassen wir beim Füttern manchmal sogar Streicheln zu.

Das ist echte Meerschweinchen-Freundschaft.

PS: In meinem Gehege lebt derzeit kein Schweinchen, das sich freiwillig von Sanja oder Marion angreifen lässt, obwohl fast alle hier groß geworden sind. Aber mal schauen, alles kann sich jederzeit ändern.

3. Wann man ein Meerschweinchen wirklich hochnehmen muss

Es gibt nur wenige Situationen, in denen wir hochgehoben werden sollten:

  • für den Tierarztbesuch
  • wenn Medikamente gegeben werden müssen
  • Wenn wir uns verletzt haben sollten

Beachte gut:

Für “aufgedrängte” Kuscheleinheiten sind wir nicht geeignet!

Besser: Komm zu uns auf den Boden, bleib ruhig und geduldig, dann kommen wir auch gerne in deine Nähe.

4. So nimmst du ein Meerschweinchen richtig hoch – Schritt für Schritt

Wenn es notwendig ist, uns anzuheben, dann bitte so, wie wir uns dabei sicher fühlen können.

Schritt 1: Ankündigen – Theorie und Praxis

Theorie: Sprich ruhig mit uns. Wir erschrecken uns sonst.

Praxis: Wenn die Theorie zwar gut ist, aber nutzlos, weil wir das wohl auch gut mitbekommen, WELCHE Absicht du jetzt hast, dann ist der “Kuschelsacktrick” die beste Option. Und der geht so: Sorge dafür, dass das Schweinchen, das du rausholen musst, in eine Kuschelhöhle flüchtet. Dann sei blitz schnell, verschließe den Eingang mit deiner Hand und hebe die Kuschelhöhle mit der anderen Hand auf. Trage sie an einen sicheren Ort und pflücke das Schweinchen vorsichtig heraus.

Schritt 2: Hochheben: Von vorne stützen

Eine Hand vorne unter die Brust.
Zwei Finger vor die Vorderpfoten, damit wir Halt haben.
Das ist wichtig – ohne diesen Halt fühlen wir uns, als würden wir fallen.

Schritt 3: Die zweite Hand unter den Po

Die hintere Hand stützt unseren Po und unseren Bauch. So sitzen wir stabil und fühlen uns nicht ausgeliefert.

Schritt 4: Körper nah zu deinem Körper

Halte uns eng an deinen Körper. Je näher wir an dir liegen, desto sicherer fühlen wir uns. Freischwebend in der Luft ist für uns sehr beängstigend.

Schritt 5: Kurz halten – und wieder absetzen

Bitte keine langen Strecken tragen.
Und setz uns immer sanft ab.
Wir mögen es, den Boden schnell wieder zu spüren.

5. Was du auf keinen Fall tun solltest

Damit wir uns nicht fürchten, ist es wichtig, diese Fehler zu vermeiden:

  • Uns nicht herumtragen, wenn es nicht nötig ist.
  • Niemals von oben greifen oder packen.
  • Nicht an den Schultern oder unterm Bauch hochreißen.
  • Uns nicht wie ein Baby auf dem Rücken halten, das ist nicht nur “unlustig” es ist auch gefährlich für uns!
  • Nicht festhalten (an den Haaren oder einem Fuß) , wenn wir zappeln oder wegspringen wollen. Große Verletzungsgefahr! Hier ist warum: Der Oberschenkelknochen eines ausgewachsenen Meerschweinchens ist sehr dünn und zierlich. Der Oberschenkelknochens hat im Durchschnitt eine Dicke von etwa 
    0,76 bis 0,84 mm.

6. Wenn ein Schweinchen sehr ängstlich ist – Pippas Tipps

Manche Meeris brauchen viel mehr Zeit als andere.
Das hat nichts mit „nicht mögen“ zu tun – oft mit Erfahrungen, die sie vorher gemacht haben.

Hier ist, was wirklich hilft:

1. Geduld
Wir merken, ob du Druck machst oder nicht.

2. Rituale
Immer zur gleichen Zeit füttern. Ruhige Handbewegungen. Gleicher Ablauf.

3. Bodennähe
Setz dich auf den Boden. Wir fühlen uns sicherer, wenn du klein wirkst.

4. Leckerbissen aus der Hand
Ein Stück Gurke wirkt manchmal wie ein Zauberspruch für Vertrauen.

5. Fluchtwege lassen
Wenn wir uns nicht eingesperrt fühlen, kommen wir freiwillig.

6. Kein Einfangen ohne Grund
Das ist der wichtigste Punkt überhaupt.

7. Und nochmals: Geduld

Pippa erklärt

Fazit von Pippa

Wenn du uns Meerlis verstehst, wirst du merken: Wir wollen nicht kuscheln – wir wollen sicher sein.

Und wenn wir uns sicher fühlen, passiert etwas Wunderschönes:
Wir kommen freiwillig zu dir. Wir lassen uns füttern, manchmal streicheln, und wir zeigen dir unser ganz normales, fröhliches Meerli-Wesen.

Vertrauen ist kein Geschenk.
Es ist eine kleine Pflanze.
Und du bist der Mensch, der sie gießen darf.

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